Integrierte energetische Quartierskonzepte

Stadtentwicklung neu gedacht – nachhaltige Quartiersentwicklung berücksichtigt ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte. Zukünftiges Wohnen und Leben ist unter den Einflüssen des Klimawandels, demographischer Entwicklung und sozialer Verträglichkeit zu gestalten. Diese Aufgabe und dessen Kosten müssen Kommunen nicht alleine bewältigen. So können eine Vielzahl an Themen über ein Quartierskonzept untersucht werden und speziell auf die Gemeinde zugeschnittene Lösungen entwickelt werden.

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) stellt mit dem Programm „Energetische Stadtsanierung“ (432), gefördert durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, den Kommunen einen Zuschuss in Höhe von 65 Prozent zur Erstellung von Quartierskonzepten zur Verfügung. Es werden Maßnahmen gefördert, mit denen die Energieeffizienz in einem Quartier erhöht wird. Es können sowohl Sach- als auch Personalkosten finanziert werden.

Das Produkt besteht aus zwei Bausteinen:

A. Integriertes Quartierskonzept

Das Konzept muss plausibel sein und folgende Punkte erläutern:

  • Ausgangsanalyse: Wer sind die größten Energieverbraucher im Quartier? Wo liegen die Potenziale für Energieeinsparung und -effizienz? Wie soll die Gesamtenergiebilanz des Quartiers nach der Sanierung aussehen?
  • konkrete Maßnahmen und deren Ausgestaltung
  • Kosten, Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen
  • Erfolgskontrolle
  • Zeitplan, Prioritäten, Mobilisierung der Akteure
  • Information und Beratung, Öffentlichkeitsarbeit

B. Sanierungsmanager

Liegt bereits ein integriertes energetisches Quartierskonzept vor, können  Zuschüsse für einen Sanierungsmanager separat beantragt werden.

Der Sanierungsmanager hat folgende Aufgaben:

  • Konzeptumsetzung planen
  • Akteure aktivieren und vernetzen
  • Maßnahmen koordinieren und kontrollieren
  • als zentraler Ansprechpartner für Fragen zu Finanzierung und Förderung fungieren

Steuerliche Vorteile den Anwohnern gewähren: Einige Kommunen setzen in Quartieren mit kleinteiligem Einzeleigentum Sanierungsgebiete nach § 136 BauGB fest, um die Steuerabschreibungsmöglichkeiten nach § 7e EStG und § 10f EStG für die Gebäudeeigentümer zu ermöglichen. Als niedrigschwelliger Finanzierungsanreiz zeigt sich dieses Instrument unter den passenden Quartiersbedingungen als sehr wirksamen Hebel zur Quartiersertüchtigung und gewinnt in der energetischen Stadtsanierung zunehmend an Bedeutung.

Zusätzliche Fördermittel der Länder

Schleswig-Holstein

 

Das Land Schleswig-Holstein stellt eine Co-Förderung von weiteren 20 Prozent über die Investitionsbank Schlewsig-Holstein zur Verfügung. Das Förderprogramm steht Gemeinden und deren Eigenbetrieben zur Verfügung. Zudem können die Fördermittel z.B. an Stadtwerke oder Wohnungsunternehmen weitergeleitet werden. Weitere Informationen unter www.ib-sh.de

Niedersachsen

 

Die NBank in Niedersachsen ergänzend die Förderung des Eigenanteils um 20 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben aus Mitteln des Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz. Bei Gemeinden in besonderer Haushaltslage ist eine Aufstockung der Förderung auf bis zu 30 Prozent möglich. Insgesamt ist ein Zuschuss von max. 10.000 Euro, möglich. Weitere Informationen unter: www.nbank.de

Saarland

 

Eine Kofinanzierung bzw. Aufstockung zur KfW-Förderung ist durch EFRE Mittel möglich. Gesamtförderung in Höhe von 85 Prozent. Bei finanzschwachen Kommunen bis 90 Prozent. Eine Förderung des Sanierungsmanagements ist durch EFRE Mittel nicht möglich.

Rheinland-Pfalz

 

Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt im Rahmen des Wärmekonzepts für Rheinland-Pfalz Maßnahmen zur energetischen Stadtsanierung.
Mitfinanziert werden die Erarbeitung von integrierten Quartierskonzepten zur Quartierssanierung sowie die Kosten für einen Sanierungsmanager zur Umsetzung der Konzepte. Die Förderung ergänzt die Bundesförderung für entsprechende Maßnahmen im KfW-Programm 432. Die Höhe der Förderung beträgt – zusätzlich zur Bundesförderung – 20 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, für kommunale Gebietskörperschaften, die am Kommunalen Entschuldungsfonds Rheinland-Pfalz teilnehmen, bis zu 30 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben.